Mercer | Psychische Gefährdungsanalyse: Interview

Mercer | Psychische Gefährdungsanalyse: Interview

Gesunde Mitarbeiter

Psychische Gefährdungsanalyse: Belastungen verringern, Kosten senken

Warum Unternehmen möglichst rasch die psychische Gefährdungsanalyse vornehmen sollten.


Laut Arbeitsschutzgesetz ist die psychische Gefährdungsanalyse seit Januar 2014 vorgeschrieben, doch viele Unternehmen haben ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Dabei ist die psychische Gesundheit von Mitarbeitern ein wichtiger Erfolgsfaktor, sagt Professor Volker Nürnberg, Leiter Health Management bei Mercer und Professor an der Hochschule für angewandtes Management in Erding.

Was sind die Gründe dafür, dass sich bislang viele Unternehmen noch nicht um die psychische Gefährdungsanalyse gekümmert haben?

Volker Nürnberg: Das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz hat, anders als im Produktions- und Fertigungssegment, in zahlreichen anderen Branchen keine Tradition. So kommt es, dass viele Unternehmen die psychische Gefährdungsanalyse noch nicht auf dem Radar haben oder diese nicht auf der Prioritätenliste steht. Im Dienstleistungssektor zum Beispiel trifft dies auf rund 80 Prozent der Unternehmen zu.

Was kann generell auf Unternehmen zukommen, die sich nicht mit dem Thema befassen?

Volker Nürnberg: Wenn die spezifischen Belastungen nicht reduziert werden, führt dies zu einer Zunahme der Fehlzeiten und damit zusätzlichen Kosten. Darüber hinaus weiten die Behörden ihre Kontrollen aus. Unternehmen müssen mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen, falls sie kontrolliert werden und sich noch nicht mit dem Thema befasst haben. Hinzu kommt unter Umständen ein größeres Haftungsrisiko für Unternehmen.

Um welche konkreten Belastungen geht es bei der psychischen Gefährdungsanalyse?

Volker Nürnberg: Die Belastungen hängen zum Teil von der Art der Aufgabenbereiche ab. Besonders hoch ist der Druck beispielsweise dort, wo Mitarbeiter verkaufen und zugleich die Unzufriedenheit von Kunden abfedern müssen. Im Dienstleistungsbereich sind zum Beispiel auch monotone Tätigkeiten häufig, in anspruchsvollen Wissensberufen der Zwang zur Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit oder überbordende Arbeitszeiten. Auch in Produktions- und Fertigungsunternehmen hat der psychische Druck zugenommen, unter anderem durch die Beschleunigung der Arbeitsabläufe. Darüber hinaus gibt es Belastungen, die in allen Branchen vorkommen, wie häufige Arbeitsunterbrechungen, fehlende Planbarkeit, Konflikte unter Kollegen oder unklare Zuständigkeiten.

Worauf sollten Unternehmen bei der Analyse der psychischen Belastungen besonders achten?

Volker Nürnberg: Es ist wichtig, dass Unternehmen diese Analyse gut vorbereiten und die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. Zunächst kommt es darauf an, die beteiligten Akteure für die Bedeutung des Themas zu sensibilisieren. Anschließend lassen sich die Aufgabenbereiche festlegen sowie unterschiedliche Instrumente zur Beurteilung psychischer Fehlbelastungen an den Arbeitsplätzen einsetzen, etwa Befragungen oder Interviews. So können beispielsweise negative Faktoren der Arbeit erfasst werden, wie etwa Zeitdruck oder fehlende interne Kommunikation, aber auch positive, wie soziale Unterstützung oder Handlungsspielräume. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und entsprechende Maßnahmen definiert werden. Es spart Zeit und verbessert die Ergebnisse, hier fachliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Welche Vorteile hat die Umsetzung der Maßnahmen für die Unternehmen?

Volker Nürnberg: Wenn Unternehmen die psychischen Belastungen ihrer Mitarbeiter senken, wirkt sich das positiv auf deren Gesundheit aus. Das kann die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit erhöhen, was wiederum die Zahl der Fehltage und somit Kosten reduziert. Nicht nur körperliche, auch psychische Gesundheit ist ein Erfolgsfaktor!
 

    

Professor Volker Nürnberg
Leiter Health Management bei Mercer Deutschland und
Professor an der Hochschule für angewandtes Management

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