Rechnungszins
IFRS-Abschluss: Berechnung der Pensionsrückstellungen zum 31.12.2015

08.12.2015
Autor: Thomas Hagemann

Wie in jedem Jahr stehen viele Unternehmen auch jetzt vor der Herausforderung, die Bewertung der Pensionsverpflichtungen für den Jahresabschluss bereits vor dem Bilanzstichtag in Auftrag zu geben, obwohl der Rechnungszins erst am Bilanzstichtag feststeht. In diesem Artikel möchten wir zusammenfassen, was in diesem Jahr im IFRS-Abschluss zu beachten ist.

 Grafik 1: IFRS-Zins 31.12.2013 bis 30.11.2015 (Mercer Yield Curve, Duration 15 Jahre)

In Grafik 1 ist die Entwicklung des Rechnungszinssatzes für IAS 19 nach der Mercer Yield Curve seit Ende 2013 dargestellt. Bis zum Ende des ersten Quartals 2015 ist der Rechnungszins kontinuierlich gefallen. Im zweiten Quartal 2015 ist er dagegen wieder deutlich gestiegen und schwankt seitdem nur noch in geringem Umfang. Eine Prognose zum Jahresende kann dennoch nicht gegeben werden, weil weiterhin mit einer hohen Volatilität gerechnet werden muss.

Auswirkungen hat auch die Abgaskrise bei Volkswagen auf die Ermittlung des Rechnungszinssatzes: Die VW-Anleihen, die in die Bewertung einbezogen werden, haben derzeit geringere Kurswerte und damit höhere Renditen. Die Zahl der VW-Konzernunternehmen, deren Anleihen ein ausreichendes Rating haben, um in die Mercer Yield Curve einbezogen zu werden, hat sich allerdings in den letzten Wochen verringert.

Wir möchten noch darauf hinweisen, dass Mercer Mitte des Jahres im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung des Verfahrens zur Zinsermittlung Anpassungen an der Mercer Yield Curve vorgenommen hat. Hierbei handelt es sich um Änderungen an der Datenbasis: Während wir bisher die Daten zweier Anbieter verwendet haben, beziehen wir nunmehr insbesondere alle Daten von einem einzigen Anbieter.

Da wir die Berechnungsmethodik selbst nicht geändert haben, sind unseres Erachtens keine Anhangangaben erforderlich. Sofern Ihr Wirtschaftsprüfer das anders sieht, stellen wir Ihnen gerne einen entsprechenden Absatz für Ihren Anhang zur Verfügung. Die Auswirkungen der Änderung betrugen zum 30.09.2015 nur wenige Basispunkte. Wir werden diesen Effekt auch zum 31.12.2015 berechnen. Sofern die Differenz dann nicht größer ist, sollte schon unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten keine Anhangangabe erforderlich sein.

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