Mercer | Berechnung der HGB-Pensionsrückstellungen

Rechnungszins

HGB-Abschluss: Berechnung der Pensionsrückstellungen zum 31.12.2015

08.12.2015
Autor: Thomas Hagemann

Wie in jedem Jahr stehen viele Unternehmen auch jetzt vor der Herausforderung, die Bewertung der Pensionsverpflichtungen für den Jahresabschluss bereits vor dem Bilanzstichtag in Auftrag zu geben, obwohl der Rechnungszins erst am Bilanzstichtag feststeht. In diesem Artikel möchten wir zusammenfassen, was in diesem Jahr im HGB-Abschluss zu beachten ist.

  Grafik 1: HGB-Zins 31.12.2013 bis 31.12.2016

Grafik 1 zeigt die Entwicklung des HGB-Rechnungszinssatzes für die Jahre 2014 bis 2016. Die grau unterlegten Werte stehen noch nicht fest, sondern wurden prognostiziert unter der Voraussetzung, dass das Zinsniveau ab jetzt konstant bleibt. Zum 31.12.2015 ergibt sich daraus ein Rechnungszinssatz von 3,89 %. Dieser liegt um 64 Basispunkte unter dem Rechnungszins von 4,53 % zum 31.12.2014.

Diese Prognose ist schon recht stabil: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Rechnungszins zum 31.12.2015 um mehr als einen Basispunkt von diesem Wert abweicht. Daher sollte für die Bewertungen vom prognostizierten Rechnungszins ausgegangen werden.

Eine Verwendung des zuletzt von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszinssatzes von 3,94 % zum 30.11.2015 oder gar eines noch früher festgestellten Zinssatzes dürfte von vielen Wirtschaftsprüfern (entgegen früherer Praxis) nicht mehr akzeptiert werden, weil die Veränderung bis zum Jahresende in Höhe von etwa 5 Basispunkten nicht mehr als unwesentlich eingestuft wird.

Die Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes werden erfolgswirksam erfasst. Es ist zulässig, den hieraus resultierenden Effekt separat zu berechnen und im Finanzergebnis zu buchen. Unabhängig davon führt der immer schneller sinkende HGB-Zins zu immer höheren Belastungen im Jahresabschluss.

Daher wird seit einiger Zeit darüber diskutiert, den Durchschnittszeitraum für die Berechnung des HGB-Rechnungszinssatzes von 7 auf 12 Jahre zu verlängern. Das hatten beispielsweise der Deutsche Bundestag am 18.06.2015 und der Deutsche Bundesrat am 25.09.2015 gefordert. Eine solche Maßnahme würde insbesondere das Jahr 2015 deutlich entlasten. In Grafik 2 ist die Entwicklung des Rechnungszinssatzes bei Beibehaltung der derzeitigen Gesetzeslage und bei geänderter Gesetzeslage dargestellt. Exemplarisch ist auch der Einfluss der Zinsänderung auf den Versorgungsaufwand gegenübergestellt.

     Grafik 2: Zins und Zuführung zu den Rückstellungen nach HGB (Prognose)

Allerdings gibt es auch Bedenken gegen eine solche Änderung. Nach letzten Presseberichten ist eine Änderung noch in diesem Jahr vom Tisch. Ob entsprechend neueren Vorschlägen eine rückwirkende Änderung zu Beginn des neuen Jahres möglich ist, kann noch nicht beurteilt werden.

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