Warum ein robustes Governance-Framework gerade in Krisenzeiten entscheidend ist, wie Sie eine dynamische De-Risking-Strategie umsetzen und wie Mercer Sie dabei unterstützen kann, erklären Jeffrey Dissmann, Head of Investment Consulting, Mercer Deutschland und Michael Sauler, Head of Investment Strategy, Investment Solutions, in diesem Interview.

 

Warum ist eine robuste Governance für Unternehmen und institutionelle Investoren entscheidend, um effizient auf Krisensituationen zu reagieren?

 

Jeffrey Dissmann: Die derzeitige Situation hat die Notwendigkeit für institutionelle Kapitalanleger deutlich gemacht, schnell robuste und effektive Entscheidungen zu treffen. In einem volatilen Marktumfeld können gut überlegte Entscheidungen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, nicht nur für Unternehmen, sondern auch für ihre Pläne zur betrieblichen Altersvorsorge. Pensionseinrichtungen müssen darauf achten, wie sie die Governance sicherstellen können. Erschwerend kommt in der derzeitigen Situation die vorwiegend virtuelle Arbeitsweise hinzu, die zu einer verminderten Effektivität führen kann.

 

Eine gute Investment-Governance sollte einen klaren Rahmen für die Entscheidungsfindung bieten und den Entscheidungsträgern angemessene Autorität übertragen und Rechenschaftspflicht abverlangen. Für die Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten, in denen Entscheidungen in vielen Bereichen schnell und unter Druck getroffen werden müssen, sollten Kapitalanleger überprüfen, ob sie über die erforderlichen Ressourcen verfügen, um komplexe Themen entsprechend den internen und regulatorischen Vorgaben abzubilden.

 

Worauf sollte man beim Aufbau eines Governance-Frameworks besonders achten?

 

Jeffrey Dissmann: Zunächst ist es wichtig, dass Organisationen ihre kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen überprüfen und sicherstellen, dass die erforderliche Liquidität jederzeit verfügbar ist. Doch für den Aufbau eines effizienten Frameworks sind weitere Punkte entscheidend, wie beispielweise die folgenden:

 

  • Verfügt der Kapitalanlageprozess eines Unternehmens über die geeignete Governance-Struktur, um bei Extremereignissen wie dem Coronavirus konkrete Handlungen, wie z. B. die Rebalancierung, anzustoßen?
  • Wurde das Portfolio jemals einem Stresstest mit Szenarien wie durch den Coronavirus unterzogen? Wurden spezifische Handlungsmaßnahmen abgeleitet, damit in diesem Extremereignis die Unternehmensziele dennoch erreicht werden?
  • Wurden in der Asset-Liability-Management-Studie nicht-normalverteilte Ereignisse berücksichtigt?
  • Könnte ein solches Extremereignis das Portfolio bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen, z. B. für Rentenzahlungen oder für Abrufe geschlossener Fonds, in der nahen Zukunft beeinträchtigen?

 

Gerade in diesen turbulenten Zeiten wird deutlich, dass eine klar definierte, langfristige Strategie den Ankerpunkt für alle wichtigen Entscheidungen darstellt. Wie wichtig sind dynamische Komponenten für den Erfolg einer Strategie?

 

Michael Sauler: Dynamische Komponenten können einen wichtigen Beitrag leisten, um die langfristig gesetzten Ziele zu erreichen und gleichzeitig kurzfristige Risiken zu beherrschen oder von Chancen zu profitieren. Die Ausgestaltung der dynamischen Komponenten lässt sich dabei in drei Ebenen unterteilen:

 

Ebene 1: Langfristige De-Risking-Strategie

Bei der Ableitung der langfristigen Strategie werden gewisse Meilensteine definiert, bei deren Erreichen die strategische Asset-Allokation angepasst wird. Dies kann z. B. beim Erreichen eines vordefinierten Ausfinanzierungsgrads oder auch Zinsniveaus geschehen.

 

Ebene 2: Dynamische Asset-Allokation

Dynamische Anpassungen der Portfolio-Allokation in Abhängigkeit des Marktumfelds, um mittelfristige Risiken zu reduzieren und von Chancen zu profitieren.

 

Ebene 3: Aktive Investment-Manager

Investment-Manager mit aktiven Strategien können insbesondere in volatilen Marktphasen einen wichtigen Beitrag leisten, um den Diversifikationseffekt zu erhöhen und die Stabilität der Erträge zu verbessern.

 

Wie unterstützt Mercer Unternehmen bei der Lösung ihrer spezifischen Herausforderungen?

Jeffrey Dissmann: Seit mehr als 75 Jahren berät Mercer ein breites Spektrum von Organisationen auf der ganzen Welt in Bezug auf ihre vielfältigen Bedürfnisse. Für Mercer ist es stets entscheidend, ein tiefgreifendes Verständnis der spezifischen Ziele und Anforderungen unserer Kunden zu entwickeln. Oft sind z. B. die Renten oder sonstige Verpflichtungen der Ausgangspunkt einer ganz individuellen Strategie.  

 

Die globale Struktur und umfangreiche Expertise von Mercer in den unterschiedlichsten Bereichen erlaubt es uns, unsere Kunden flexibel und gezielt zu beraten: von der Strategieentwicklung und -umsetzung bis hin zur operativen Due Diligence und der direkten Verwaltung des Pensionsvermögens. Auf diese Weise können unsere Kunden – unabhängig davon, aus welcher Industrie oder welchem regulatorischen Set-up sie stammen – von unserer Stärke als globales Beratungsunternehmen profitieren.

 

Mit unserem Experten-Team vor Ort sind wir auf die individuellen Anforderungen unserer deutschen Kunden spezialisiert und verstehen die Herausforderungen, denen sich unsere Kunden jetzt und in Zukunft stellen müssen.

 

Welche Lösungen bietet Mercer institutionellen Anlegern?

Jeffrey Dissmann: Wir starten immer bei den individuellen Anforderungen unserer Kunden, indem wir beispielsweise versicherungsmathematische Analysen hinsichtlich der Verpflichtungen erstellen. Anschließend können unsere erfahrenen Teams eine diversifizierte Investmentstrategie formulieren und dabei auf unser umfassendes intellektuelles Kapital, seien dies quantitative Tools oder qualitative Markteinschätzungen, zurückgreifen. Mercer hat zudem eine umfassende Research-Kapazität aufgebaut, die ein sehr breites Spektrum an Managern für jede Anlageklasse, einschließlich privater und illiquider Mandate, abdeckt. Sobald die Strategie feststeht, können wir unsere Kunden auch bei der Portfolio-Strukturierung und der Überwachung der Portfolios unterstützen.

 

Michael Sauler: Bei der Umsetzung der Investmentstrategie arbeiten wir sehr flexibel mit unseren Kunden zusammen. Über die Nutzung unserer Investment-Plattform können Kunden jeder Größe beispielsweise von einer effizienten Umsetzung der Kapitalanlage profitieren. Dies ist für unsere Kunden sowohl ressourcen- als auch kostenschonend und entlastet diese von operativen Tätigkeiten. Dabei können die Kunden die benötigten Dienstleistungen flexibel auswählen und zu einem Paket zusammenstellen, das ihren Zielen und ihrem Budget entspricht.  

 

Wie unterscheidet Mercer sich von anderen Anbietern?

Michael Sauler: Wir glauben, dass es zwei wesentliche Unterscheidungsmerkmale gibt, die wir unseren Kunden bieten.

 

Erstens nehmen wir uns die Zeit, um zu verstehen, was unsere Kunden benötigen, und nutzen unsere globale, aber auch lokale Erfahrung, um eine individuelle Lösung zu entwickeln.

 

Zweitens bieten wir alle Dienstleistungen aus einer Hand, um Investmentstrategien abzuleiten und erfolgreich umzusetzen. Wir verfügen über globale Ressourcen und können während des gesamten Prozesses auf unser interne Expertise zurückgreifen, die wir durch jahrelange Präsenz im institutionellen Investment-Markt und durch zahlreiche Kundenprojekte aufgebaut haben. Da wir komplett unabhängig agieren und nicht an einen bestimmten Manager oder Anbieter gebunden sind, wählen wir die Strategien ausschließlich nach der Qualität und der besten Eignung für die Portfolios unserer Kunden aus. Wir decken das gesamte Spektrum der Asset-Klassen ab − einschließlich alternativer und illiquider Asset-Klassen – und können Unternehmen daher ein umfassendes Portfolio für die Asset-Allokation zur Verfügung stellen. Da wir weltweit mit führenden Asset-Managern zusammenarbeiten, erhalten wir erhebliche Rabatte auf Managergebühren, die wir direkt an unsere Kunden weitergeben.

Disclaimer: NUR FÜR DIE VERWENDUNG DURCH PROFESSIONELLE ANLEGER. Verweise auf Mercer sind so auszulegen, dass sie auch Mercer Deutschland GmbH und/oder die mit ihr verbundenen Unternehmen einschließen. Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Waren und/oder anderen Finanzinstrumenten oder Produkten dar, noch stellt er eine Aufforderung im Namen der Anlageverwalter, der verbundenen Unternehmen, Produkte oder Strategien dar, die Mercer bewerten oder empfehlen kann. Darüber hinaus enthält dieses Dokument keine Anlageberatung oder Rechtsberatung zu Maßnahmen, die Sie in Bezug auf Ihre Situation ergreifen sollten. Es sollte keine Investitionsentscheidung auf der Grundlage dieser Informationen getroffen werden, ohne zuvor eine spezifische, professionelle Beratung einzuholen.

 

 

 

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Jeffrey Dissmann

Tel:  +49 172 5623151
E-Mail: jeffrey.dissmann@mercer.com


 

Michael Sauler

Tel: + 49 173 7288083  

E-Mail: michael.sauler@mercer.com

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