Mercer | Experteninterview zum Performance Management

Millennials & Digital Natives

Performance Management: Das Kartenhaus fällt in sich zusammen

Die Generationen Y und Z stellen Unternehmen beim Thema Performance Management vor ganz neue Herausforderungen. In unserem Interview erläutert Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, Inhaber des Lehrstuhls für Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes und Experte für die Generationen Y und Z, was es damit auf sich hat.

Die jungen Generationen Y und Z stellen ganz neue Anforderungen an Arbeit und Arbeitgeber. Wo liegen Unterschiede zwischen Y und Z, wo Gemeinsamkeiten?


Beide Generationen wollen Sinn in ihrer Arbeit finden und sich darin selbst verwirklichen. Arbeit ist also etwas Wichtiges, für beide. Hier gibt es überhaupt keinen Unterschied zwischen Y und Z: Bei Befragungen sehen wir ziemlich ähnliche Werte. Eine zweite Gemeinsamkeit ist, dass beide Generationen Leistung bringen wollen. Sie haben eine klare Vorstellung von guter Arbeit und von Performance. Diese beiden Punkte sind also bei Y und Z in gleicher Form vorhanden.

Jetzt kommen wir aber zu einem ganz zentralen Unterschied: Nimmt man die Generation Z, so sind das die ungefähr ab 1990 Geborenen. Sie sind jetzt maximal 25, 26 Jahre alt und damit durchaus in den Unternehmen aufgeschlagen, in Festanstellung, aber auch als Praktikanten. Das Besondere ist jetzt, dass diese Generation Z ihre Leistung und den gesuchten Sinn auf getrennte Hemisphären bezieht. Sie trennt also explizit zwischen Arbeit und Privatleben. Das sind bei ihr zwei getrennte Welten, aus denen sich viel ableitet: Beispielsweise ist das ein Grund, warum sich die Generation Z wenig für variable Arbeitszeiten begeistert. Sie will zwar manchmal später kommen oder früher gehen, aber die Idee der völligen Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort ist etwas, das ihr überhaupt nicht ins Konzept passt. Hier liegt der große Unterschied zur Generation Y, die eine weniger klare Trennung braucht.

Ein weiterer Unterschied: Die Generation Z möchte wenig Wettbewerb. Die Vorstellung, dass man am Arbeitsplatz in Konkurrenz zu den Kollegen steht, passt ihr überhaupt nicht – anders als es bei der Generation Y der Fall ist.

Und als dritter Punkt: Die Generation Z ist – letztlich unbewusst – wesentlich realistischer. Sie lässt sich nicht so leicht von Propaganda und Versprechungen einfangen. Ein Ködern mit der Karotte, die vor ihrer Nase hängt, funktioniert wunderbar bei der Generation Y. Diese läuft dann los und merkt teilweise nicht, dass sie die Karotte gar nicht erreichen kann. Die Generation Z dagegen hat schon mitbekommen, wie die Generation Y vergeblich hinterherläuft, und sagt: Da lauf ich gar nicht erst mit!

Wie äußert sich das beim Thema Performance Management?


Die beiden Generationen stellen neue und andere Anforderungen an das Performance Management. An dieser Stelle sei allerdings darauf hingewiesen, dass der Generationenbegriff als Jahreswechselmarke nur eine Annäherung ist. Nicht jeder, der 24 Jahre alt ist, ist automatisch Z, und genauso wenig ist jeder 28-jährige automatisch Y. Trotzdem gibt es diese zwei unterschiedlichen Muster.

Jetzt zum Performance Management: Viele Berater haben über die letzten 15 Jahre sehr ausgefeilte Systeme gebaut. Performance-Management-Systeme sind also ausgereifte Tools, in denen eine Vielzahl von Komponenten steckt, die wir über Jahre erprobt haben. Es geht dabei im Prinzip immer nach folgender Logik: Leistung muss sich individuell zurechnen lassen, es gibt klare Ziele, es gibt Incentives, es gibt klares Feedback und als Ergebnis passiert dann etwas. Das ganze Performance-Management-System ist also ein ausgeklügelter Regelkreis, in dem wir ganz genau wissen, was welches Element tut, wo wir welche Systeme und wo eingespielte Rituale haben.

Also beispielsweise das Gespräch, in dem der Mitarbeiter aber schon genau weiß, wie er argumentieren muss, damit mehr Geld für ihn herausspringt. Das so institutionalisiert ist wie die Ampel an der Kreuzung im Straßenverkehr. Da weiß auch jeder: Es gibt Rot, Gelb und Grün. Und jeder weiß, was welche Farbe bedeutet und was er zu tun hat. Und jetzt kommt diese neue Generation Z daher…

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