Deutscher Corporate Governance Kodex: Neue Fassung beschlossen

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Deutscher Corporate Governance Kodex: Neue Fassung beschlossen
Calendar27 Mai 2019

In ihrer Pressemitteilung vom 22.05.2019 hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex mitgeteilt, dass sie am 9. Mai 2019 eine neue Fassung des Kodex beschlossen hat. Der neue Kodex wird erst nach Inkrafttreten des ARUG II beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zur Veröffentlichung eingereicht, um möglicherweise notwendige Anpassungen an die endgültige neue Fassung des Aktiengesetzes durch das ARUG II berücksichtigen zu können. Mit der dann folgenden Veröffentlichung durch das Ministerium im elektronischen Bundesanzeiger wird der neue Kodex in Kraft treten und den bis dahin gültigen Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 ablösen.

Mercer begrüßt es, dass die Regierungskommission gegenüber dem Entwurf des Kodex vom 6. November 2018 maßgebliche Anpassungen vorgenommen hat, mit denen auf die im Konsultationsverfahren geäußerte Kritik eingegangen wird. Dies betrifft insbesondere die Ausgestaltung der langfristig variablen Vergütung. Hierbei wird in der neuen Kodexversion empfohlen, dass der Anteil der langfristig variablen Vergütung den Anteil der kurzfristig variablen Vergütung übersteigen soll. Die dem Vorstandsmitglied gewährten langfristig variablen Vergütungsbeträge sollen von ihm überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder von der Gesellschaft entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Dies stellt eine erhebliche und sinnvolle Abkehr vom ursprünglichen Entwurf des Kodex dar, wonach die langfristig variable Vergütung ausschließlich in Aktien gewährt werden und sich an der Umsetzung der strategischen Initiativen und Maßnahmen im Berichtsjahr orientieren sollte.

Mercer-Vergütungsexperte Dr. Björn Hinderlich führt dazu aus: „Die Kompromissbereitschaft der Regierungskommission und das Eingehen auf die im Konsultationsverfahren geäußerte Kritik ist sehr zu begrüßen. Ein Aufweichen der ursprünglich im Kodex-Entwurf geforderten einheitlichen Ausgestaltung der langfristig variablen Vergütung ist notwendig, um eine international wettbewerbsfähige und hinreichend flexible Vorstandsvergütung zu gewährleisten. Den nach wie vor bestehenden Fokus auf einer überwiegend in Aktien bedienten langfristig variablen Vergütung sehen wir im internationalen Vergleich und auch vor dem Hintergrund der Anforderungen von Investoren und Stimmrechtsberatern ebenfalls sehr positiv.“

 
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