Mehr Mut zur Mitarbeiterbeteiligung

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Am 27. Januar 2020 fand eine Anhörung im Bundesfinanzausschuss zum Thema Mitarbeiterbeteiligung statt, zu der Mercer als eines der führenden Beratungsunternehmen im Bereich Vergütung eingeladen war, Stellung zu nehmen. Kern der öffentlichen Anhörung waren der Antrag der Fraktion der FDP „Eigentumsturbo – Mitarbeiterbeteiligung schnell durchsetzen“ sowie der Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Mitarbeiterbeteiligung erleichtern – In Start-ups und etablierten Unternehmen“.

Das Thema Mitarbeiterbeteiligung ist gerade im Hinblick auf die Gewinnung und Bindung von Spitzenkräften für deutsche Technologie-Unternehmen, aber auch für Start-Ups und etablierte Unternehmen aus anderen Branchen ein wichtiges Argument. Im internationalen Vergleich ist die Beteiligung von Mitarbeitern über Aktien in Deutschland relativ wenig verbreitet. Steuerliche Aspekte sind ein Grund dafür. Nachbarländer wie Österreich (bis zu 4.500 Euro pro Jahr), Großbritannien (ca. 3.500 Euro pro Jahr) und Ungarn (3.200 Euro pro Jahr) gewähren wesentlich höhere Steuerfreibeträge als Deutschland. Dort liegt der steuerliche Freibetrag aktuell bei 360 Euro pro Jahr.

Die Bundesregierung hat eine Reform angestoßen, im Rahmen derer der Freibetrag auf 720 Euro pro Jahr erhöht werden soll. Dass dieser Vorstoß weit genug greift, bleibt zu bezweifeln. Die 2017 von führenden Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik im „Berliner Appell zu mehr Vermögensbildung in Mitarbeiterhand“ ins Spiel gebrachte Forderung eines jährlichen Steuerfreibetrags i. H. v. 3.000 Euro pro Jahr würde die internationale Anschlussfähigkeit nachhaltig unterstützen. Höhere Freibeträge wie die in den Anträgen von FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN genannten 5.000 Euro pro Jahr würden die positiven Effekte der Mitarbeiterkapitalbeteiligung weiter stärken. Die steuerliche Bevorteilung durch die Freibeträge könnte wie in anderen Ländern (z. B. USA) an eine Haltefrist der Beteiligungen geknüpft sein, um die mit der Beteiligung intendierten langfristigen Effekte zu gewährleisten.  

Auch wenn am Ende der Anhörung keine abschließende Entscheidung getroffen wurde, waren sich alle Fraktionen und Sachverständige einig, dass Mitarbeiterbeteiligungsmodelle gestärkt und die Rahmenbedingungen hierfür verbessert werden müssen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Zusammenfassung der Ergebnisse der Anhörung

Protokoll der Anhörung

Mercer-Stellungnahme zum Thema

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