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Betriebliche Krankenversicherung: Die 7 grössten Irrtümer

05.02.2015

Durch die zunehmende Kürzung von Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung fragen Mitarbeiter heute mehr denn je: „Wie kann mich mein Arbeitgeber unterstützen?“  Viele Unternehmen haben deshalb inzwischen eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) – also eine stark erweiterte und überarbeitete Version der früher schon bekannten arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherungen – in verschiedensten Varianten eingeführt bzw. denken darüber nach. Ähnlich wie die bAV bei den Renten schließt die bKV eine zentrale Nebenleistungslücke und ist, auch weil Leistungen sofort in  Anspruch genommen werden können, sehr beliebt bei den Mitarbeitern.

Doch obwohl die bKV immer häufiger zum Einsatz kommt, sind einige Irrtümer verbreitet, die sich teilweise recht hartnäckig halten. Die „7 größten Irrtümer zur bKV“ wollen wir im Folgenden beleuchten:

1. Die bKV ist eine Form der Betriebskrankenkasse.


Diese Meinung hält sich schon lange hartnäckig, ist  aber  nicht richtig. Man kann die Bedeutung und Dienstleistungen der bKV beliebig definieren oder erweitern. Die bKV ist jedoch immer ein arbeitgeberfinanziertes Krankenzusatzversicherungskonzept für gesetzlich und privat versicherte Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen. Sie dient zur besseren Gesundheitsversorgung bzw. zum Lückenschluss gesetzlicher Leistungen. Dabei können die Hintergründe der Zuwendung ganz unterschiedlich sein:

  • Bessere gesundheitliche Versorgung der Mitarbeiter oder Vermeidung von deren Eigenbeteiligungen im Gesundheitssystem
  • Incentivierung von guten Leistungen oder der Beteiligung an Produktivitätssteigerungsmaßnahmen
  • Ersatz von veralteten oder nicht werthaltigen Benefits
  • Modernisierung oder Erweiterung des Benefitpakets
  • Gewinnung und/oder Bindung von Fachkräften

2. Die bKV ist eine Art betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).


Indirekt. Die bKV kann durchaus eine Variante des BGM sein. Der Unterschied liegt darin, dass das BGM die praktischen unternehmerischen Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter im Unternehmen darstellt und die bKV eher die finanzielle Unterstützung zur Besserversorgung  in unserem Gesundheitssystem. Beides kann separat oder gleichzeitig unterstützend als Gesundheitsbenefit angeboten werden.   

3. Alle privaten Krankenversicherer bieten eine bKV an.
 

Das ist falsch. Von den 42 Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes bieten derzeit 15 eine bKV an.

4. Jede bKV ist gleich.
 

Nein. Philosophie, Produkte und Bedingungswerke der einzelnen Marktteilnehmer unterscheiden sich zum Teil sehr. So gibt es Unterschiede z. B. bei der mathematischen Berechnung der Tarife, bei den Zugangsvoraussetzungen und der Einbeziehung von Familienangehörigen.  Auch die Festlegung von wichtigen Randkomponenten, wie z. B. Weiterversicherung im Rentenalter, Umgang mit Doppelversicherungen, der Administrationsaufwand auf Seiten des Unternehmens, die Teilnehmerzahl/-quote sowie der Umgang mit „Störfällen“ wie langfristiger Arbeitsunfähigkeit, Eltern- oder Pflegezeit, ist oft unterschiedlich geregelt.

  • Mathematische Tarifberechnung
  • Zugangsvoraussetzungen
  • Einbeziehen der Familienangehörigen
  • Festlegung von wichtigen Randkomponenten wie
    • Weiterversicherung im Rentenalter
    • Umgang mit Doppelversicherungen
    • Administrationsaufwänden für das Unternehmen
    • Teilnehmeranzahl/-quote
    • „Störfälle“ wie z.B. langfristige Arbeitsunfähigkeit, Elternzeit oder Pflegezeit

5. Die bKV besteht hauptsächlich aus Zahntarifen.
 

Das ist so nicht richtig. In der bKV finden sich neben den bekannten Zahnzusatztarifen alle Komponenten der Leistungen unseres Gesundheitssystems – alles andere wäre auch nicht zielführend. Eine bKV sollte in jedem Fall individuell auf den Bedarf des Unternehmens und dessen Mitarbeiter abgestimmt sein. Wichtige Bestandteile sind u. a.:

  • privatärztliche Zahnbehandlung und Zahnersatz
  • privatärztliche Früherkennung von Krankheiten
  • freie Krankenhauswahl und Privatbehandlung im Ein-/Zweibettzimmer
  • Hilfsmittel, z.B. Brillen
  • Heilanwendungen, z.B. ärztliche verordnete Massagen oder Krankengymnastik
  • Heilpraktikerleistungen
  • Pflegezusatztarife
  • Lohnausgleich (wichtig bei längerer unverschuldeter Krankheit)
  • Familien- und Pflegeassistance   

6. Die bKV ist steuer- und sozialversicherungsfrei.
 

Nicht mehr. Bis zum Ende des Jahres 2013 konnte man als Arbeitgeber die bKV als steuer- und sozialversicherungsfreie Komponente im Rahmen der Sachzuwendung nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG berücksichtigen. Dieser Vorteil fiel überraschend durch ein Schreiben des BMF am 10.10.2013 weg. Eine Beantragung zur Pauschalversteuerung des Benefits nach § 40 EStG ist jedoch weiterhin möglich.

7. Eine bKV ist teuer und nur etwas für Großunternehmen.
 

Nein. Eine bKV kann sehr unterschiedlich ausgestaltet sein und je nach Mitarbeiterzahl und -bedürfnissen individuell für das Unternehmen konzeptioniert werden. Dies wirkt sich dann auch auf die Prämienhöhe aus. Gerade der verhältnismäßig geringe Invest pro Mitarbeiter mit sofort spürbarer Wirkung macht es so zu einem Benefit für alle Unternehmensgrößen.

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