Mercer European Asset Allocation Survey 2013

Mercer European Asset Allocation Survey 2013

Investoren diversifizieren weiterhin verstärkt über alternative Anlageklassen

  • 5. Juni 2013
  • Deutschland, Frankfurt
  • Risikomanagement weiter im Mittelpunkt
  • Zunehmende Diversifikation der Investitionen in alternative Anlageklassen
  • Aktienquote deutscher Versorgungswerke steigt

 

Viele europäische Altersvorsorgeeinrichtungen haben ihre Aktienallokationen weiter reduziert, so das Ergebnis des Mercer European Asset Allocation Survey 2013. In dem Survey wurden mehr als 1.200 europäische betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen mit einem Fondsvolumen über 750 Mrd. Euro berücksichtigt. Der Studie nach ist fast die Hälfte aller europäischen Pensionspläne mittlerweile auch in alternativen Anlageklassen investiert.

„Vor dem Hintergrund der extrem lockeren Geldpolitik, einer negativen Realverzinsung und einer Vielzahl ungelöster wirtschaftlicher Herausforderungen stehen Pensionspläne vor der schwierigen Aufgabe, positive Renditen zu erzielen und zugleich die Volatilität des Bedeckungsgrades der Verpflichtungen zu reduzieren. Als Reaktion erweitern viele Investoren ihr Investmentspektrum. Auch das Risikomanagement rückt weiter in den Fokus; hier gewinnen Szenarioanalysen und Stresstests an Bedeutung“, so Herwig Kinzler, Leiter des Geschäftsbereiches Investment Consulting von Mercer Deutschland.

Mehr Breite der alternativen Anlageklassen

Die Bandbreite an alternativen Anlageklassen, in die europäische Pensionspläne einen Teil ihres Anlagevermögens investieren, steigt von Jahr zu Jahr. Sachwertportfolios bestehen nicht nur aus traditionellen Kernimmobilieninvestitionen, sondern schließen inzwischen vermehrt auch Value-added Immobilien sowie Infrastruktur und Forst ein.

Fast 20 Prozent der europäischen Pläne sind mittlerweile in wachstumsorientierten  festverzinslichen Papieren investiert. Die beliebtesten Anlageklassen dieser Kategorie sind Anleihen in Schwellenländern und High Yield-Anleihen. Aufgrund der niedrigen Renditen über das gesamte Kreditspektrum hinweg haben jedoch viele Investoren Senior Loans und Private Debt mit weiterhin attraktiven Renditen beigemischt. Dies ist in erster Linie als eine Folge des Deleveraging-Prozesses im europäischen Bankensystem zu sehen.

Gemischtes Bild bei deutschen Altersversorgungseinrichtungen

Im europäischen Vergleich weisen deutsche Versorgungswerke, wie zum Beispiel Pensionskassen oder berufsständische Versorgungswerke, weiterhin eine geringe Aktienquote auf. Allerdings ist diese entgegen dem europäischen Trend gegenüber dem Vorjahr (6 Prozent) angestiegen und liegt auf einem im europäischen Vergleich weiterhin niedrigen Niveau von elf Prozent. Der Anteil von Rentenpapieren ist angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes zugunsten der Aktien- und Immobilieninvestitionen weiter gefallen.

Die Aktienquote deutscher CTAs (Contractual Trust Agreements), welche als Finanzierungsvehikel für DAX-Unternehmen und mittelständische Firmen dienen, bleibt hingegen nahezu unverändert mit einer Reduktion um 2 Prozent im Jahr 2012 auf 28 Prozent zugunsten von Rentenanlagen und alternativen Anlageklassen.

 „Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die Marktunsicherheit haben sich im vergangenen Jahr unterschiedlich auf deutsche Altervorsorgeeinrichtungen und CTAs ausgewirkt. Das Zinsniveau 2012 hat die deutschen Versorgungswerke dazu veranlasst, verstärkt ertragsreiche Anlageklassen beizumischen. Deutsche CTAs haben aufgrund des niedrigen IAS-Rechnungszinses und seinem Effekt auf den Bedeckungsgrad ihre Rentenanlagen erhöht, um ihre  Verpflichtungen stärker bilanziell abzusichern“, so Carola Benteler, Principal bei Mercer Investment Consulting.

Europäische Pensionspläne wollen verstärkt in alternative Anlageklassen investieren

Im kommenden Jahr ist weiterhin mit einer Reduzierung der Aktienengagements der europäischen Pensionspläne zu rechnen. Etwa 30 Prozent der Pläne gaben an, dass sie Allokationen in ihrem Heimatmarkt verringern werden, ein Viertel der Pläne plant eine Reduzierung des ausländischen Engagements. Umgekehrt planen viele europäische Altersvorsorgeeinrichtungen, den Anteil inflationsgeschützter Anleihen, Unternehmensanleihen und LDI-Strategien zu erhöhen, um verpflichtungsbezogene Risiken zu reduzieren.

Etwa ein Viertel der europäischen Pensionspläne setzt auf eine Erhöhung der Investments in alternative Anlageklassen, wogegen lediglich 7 Prozent der Pläne ihr Portfolio verringern wollen. Innerhalb der alternativen Portfolios besteht weiterhin großes Interesse an Sachwerten mit einer Fortführung  des Diversifikationstrends im Immobilienbereich und weiterer Beimischung von Infrastruktur. Zudem setzen europäische Altersvorsorgeeinrichtungen weiter auf wachstumsorientierte, festverzinsliche Kapitalanlagen mit weiterer Beimischung von Schwellenländeranleihen, High Yield, Absolute Return Bond Funds und Private Debt.

„Die europäischen Pensionspläne verfolgen vermehrt Investmentstrategien, die auf Risikominimierung ausgelegt sind. Allerdings bedeutet weniger Risiko nicht, dass nur verstärkt in Staatsanleihen sehr guter Bonität investiert oder einfache Swap-Strategien verfolgt werden. Wir gehen davon aus, dass Anlageklassen weiter in den Investorenfokus rücken, die eine relativ stabile, realwert-orientierte Rendite liefern, wie z. B. Infrastruktur. Weiterhin wird sicherlich auch breiter in festverzinsliche Papiere investiert, indem z. B. vermehrt Buy-and-Maintain-Strategien für Unternehmensanleihen verfolgt werden“, so Kinzler.  

 

Über Mercer (www.mercer.com)
 
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Mercer Deutschland GmbH, www.mercer.de

In Deutschland ist Mercer mit über 600 Mitarbeitern unter anderem an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart vertreten. Die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit liegen in der Beratung von Unternehmen rund um betriebliche Altersversorgung, Vergütung, Human Capital Strategie, M&A und Investments sowie im Benefits Outsourcing.

 

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