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Rechnungszins IAS/FAS Bewertungen Zinsen

Ansprechpartner: Günter Neumeier
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Festlegung der Rechnungszinssätze

Zuletzt aktualisiert: 3 September 2010

 

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Um Unternehmen bei der Festlegung des Rechnungszinses zu unterstützen, informiert Mercer hier monatlich, bzw. im November und Dezember wöchentlich, über den Rechnungszins für IFRS/US-GAAP Bewertungen von Pensionsverpflichtungen (für BilMoG Bewertungen monatlich). 

 

1. Rechnungszins für IFRS/US-GAAP Bewertungen

 

Mercer verwendet für die Ermittlung der Zinsempfehlung einen eigenen Ansatz, den Mercer Pension Yield Curve approach (MPDYC). Dieser wird für die Festlegung der Zinssätze für internationale Bewertungen in USA, UK, Kanada und in der Eurozone angewendet. Nach diesem Ansatz wird in der Eurozone eine "Spot rate Yield Curve" auf Basis der Anleihen aus dem Barclays Capital Euro – Aggregate: Corporate - AA Index erstellt. Da der Zinssatz nach IAS 19.78 nur den „Zeitwert des Geldes“ („time value of money“) darstellen soll, der definitionsgemäß keine größeren Ausfallrisiken beinhalten kann, verwendet Mercer dementsprechend nur Anleihen, die keine "Yield verzerrende" Optionen besitzen, wie es z.B. bei "Call" oder "Put" Optionen der Fall wäre. Ferner werden Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung viel höhere oder niedrigere Yields bieten (statistische Ausreißer), ebenfalls nicht berücksichtigt. Eine detaillierte Erläuterung der oben beschriebenen Methode können Sie hier nachlesen. 

 

Für die Bewertungen nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS/US-GAAP/FRS) ist der Zinssatz gemäß der Fristigkeit der Verbindlichkeit auf Basis von "high quality corporate bonds" zu ermitteln. Im langjährigen Mittel liegen diese Zinssätze nur um rund 0,5 %-Punkte über den Zinssätzen für (quasi sichere) Staatsanleihen (government bonds). Für "high quality corporate bonds" wurden daher bisher von Standardsettern, Wirtschaftsprüfern und Aktuaren üblicherweise Firmenanleihen mit AA-Ratings herangezogen. So ist z. B. der iBoxx corporate AA10+ Index ein häufig verwendeter Referenzindex.   

 

Der iBoxx corporate AA10+ Index betrug zum 31.08.2010: 3,71 %.

 

Aufgrund der Unsicherheiten an den Finanzmärkten hatte sich der Abstand zwischen der Rendite von (quasi sicheren) Staatsanleihen und der Rendite von Firmenanleihen mit einem AA-Rating von früher 0,5 %-Punkten auf bis zu über 2 %-Punkten in 2008 erhöht ("Spread"). Dies resultiert daraus, dass die Märkte bislang noch viele als AA-eingestufte Anleihen tatsächlich mit einem bedeutenden Risikoaufschlag versehen hatten (so dass man solchen Anleihen mit derartigen Risikoaufschlägen die Qualifizierung als "high quality corporate bonds" absprechen könnte).  Derzeit bewegen sich die meisten Spreads wieder in "normalen" Bandbreiten und betragen ca. 1%.

 

Die derzeitige Lage auf den Finanzmärkten führt auch dazu, dass verschiedene Wirtschaftsprüfer und Berater stark unterschiedliche Zinsempfehlungen aussprechen weil die jeweils verwendete Methode zur Zinsermittlung einen wesentlich stärkeren Einfluss hat als in früheren Jahren.

 

Den Unternehmen eröffnet sich dementsprechend ein, im Vergleich zu früheren Jahren, größerer Spielraum bei der Wahl des Rechnungszinses (wobei jedoch die Prinzipien der Kontinuität und Konsistenz beachtet werden müssen). 

Wir halten einen Rechnungszins zwischen dem o.g. iBoxx Index und dem u.a.Wert aus der MPDYC für vertretbar.

 

Unsere Zinsempfehlung geht von einer Duration von ca. zehn Jahren für den Bestand "Rentner", bzw. ca. 15 Jahren für den Bestand "Gemischt" und ca. 20 Jahren für den Bestand "Aktive" aus.   

 c

 

Verlauf des Zinssatzes im Jahr 2008/2009/2010

Datum 

Rentner

Gemischt

Aktive

Zum Vergleich
iboxx corporate 10+

31.12.2008

5,70 %

5,70 %

5,70 %

6,24 %

30.01.2009

5,90 %

6,00 %

6,00 %

5,82 %

28.02.2009

6,20 %

6,40 %

6,50 %

5,82 %

31.03.2009

6,10 %

6,30 %

6,30 %

5,88 %

30.04.2009

6,10 %

6,30 %

6,40 %

6,20 %

31.05.2009

6,00 %

6,20 %

6,30 %

6,26 %

30.06.2009

5,70 %

6,00 %

6,00 %

5,73 %

31.07.2009

5,20 %

5,40 %

5,40 %

5,30 %

31.08.2009

5,10 %

5,30 %

5,40 %

5,27 %

30.09.2009 ohne Langläufer

 

30.09.2009 mit Langläufer

5,10 % 

5,40 %

5,30 %

 

6,00 %

5,40 %

 

6,20 %

5,24 %

 

5,24 %

31.10.2009*

5,50 %

6,10 %

6,30 %

5,17 %

06.11.2009*

5,60 %

6,10 %

6,30 %

5,26 %

13.11.2009*

5,50 %

6,00 %

6,20 %

5,20 %

20.11.2009*

5,30 %

5,80 %

6,00 %

5,06 %

30.11.2009*

5,30 %

5,80 %

6,00 %

4,97 %

31.12.2009*

5,50 %

6,00 %

6,20 %

5,09 %

29.01.2010*

5,20 %

5,60 %

5,90 %

4,75 %

26.02.2010*

5,00 %

5,30 %

5,60 %

4,65 %

31.03.2010

4,90 %

5,30 %

5,50 %

4,61 %

30.04.2010

4,70 %

5,00 %

5,20 %

4,47 %

31.05.2010

4,60 %

4,90 %

5,10 %

4,34 %

30.06.2010

4,70 %

5,00 %

5,20 %

4,36 %

31.07.2010

4,70 %

5,10 %

5,30 %

4,35 %

31.08.2010

4,00 %

4,30 %

4,50 %

3,71 %

 

* Da sich die Renditen der vorhandenen Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten (über 10 Jahre) - Langläufer -  inzwischen wieder innerhalb einer vernünftigen Bandbreite bewegen, haben wir diese ab 30.09.2009 in die Betrachtung aufgenommen. Für den 30.09.2009 haben wir den Rechnungszins zum Vergleich sowohl mit als auch ohne Berücksichtigung der Langläufer aufgeführt. An der grundsätzlichen Methode hat sich nichts geändert.


Basis: Indizes von Barclays Capital Inc.

 

Die Auswirkungen der Zinsänderungen führen zu so genannten versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten und damit, bei Anwendung der sog. Korridormethode und Überschreiten des Korridors, zu einem erhöhten (bei Verlusten) bzw. ermäßigten (bei Gewinnen) Aufwand im nächsten Jahr. Eine Auswirkung auf die Rückstellung zum Bilanzstichtag ergibt sich allerdings nur bei sofortiger Berücksichtigung der Gewinne/Verluste. Eine sofortige erfolgsneutrale Berücksichtigung der Gewinne und Verluste ist nach der Ende September 2006 verabschiedeten Neufassung von FAS 87 (US-GAAP) verbindlich bzw. nach IAS 19 optional (sog. 3. Option).

 

Die vorgenannten Zinssätze sind durchschnittliche Zinssätze. Auf Basis des jeweils maßgeblichen Personenbestandes, der zugrundegelegten Basisindices und von Rundungen können sich jedoch noch geringfügige Abweichungen von den genannten Werten ergeben.

 

2. Rechnungszins für BilMoG Bewertungen

 

Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) vom 25.05.2009 wurde die gesetzliche Grundlage zur Bildung von Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz neu gefasst. Nach dem BilMoG ist der handelsrechtlich zu verwendende Rechnungszinssatz nun gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 253 Absatz 2 des Handelsgesetzbuches sind Pensionsrückstellungen mit einem von der Deutschen Bundesbank ermittelten Rechnungszinssatz abzuzinsen. Dabei kann entweder pauschal der Rechnungszinssatz für eine 15-jährige Laufzeit angesetzt werden, oder der Rechnungszinssatz wird entsprechend der tatsächlichen Restlaufzeit der Verpflichtungen gewählt.

 

Die Rechnungszinssätze für die verschiedenen Laufzeiten werden monatlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Ermittelt werden die Rechnungszinssätze aus einer um einen Aufschlag erhöhten Null-Kupon-Euro-Zinsswapkurve. Um starke kurzfristige Schwankungen zu vermeiden, werden als Rechnungszinssätze die Durchschnittszinssätze der letzten sieben Jahre herangezogen. Zur Berechnung der Null-Kupon-Euro-Zinsswapkurve dienen Euro-Festzins-Swapsätze mit Laufzeiten von ein bis zehn Jahren, 12, 15, 20, 25, 30, 40 und 50 Jahren. Der Aufschlag wird aus einem breiten Rendite-Index für Unternehmensanleihen mit hochklassiger Bonitätseinstufung ermittelt.

 

Verlauf der BilMoG-Zinssätze

Datum 

15-jährige Laufzeit

31.12.2008

5,25 %

31.01.2009

5,26 %

28.02.2009

5,27 %

31.03.2009

5,28 %

30.04.2009

5,29 %

31.05.2009

5,29 %

30.06.2009

5,29 %

31.07.2009

5,28 %

31.08.2009

5,28 %

30.09.2009

5,27 %

31.10.2009

5,26 %

30.11.2009

5,25 %

31.12.2009

5,25 %

31.01.2010

5,24 %

28.02.2010

5,24 %

31.03.2010

5,23 %

30.04.2010

5,22 %

31.05.2010

5,22 %

30.06.2010

5,21 %

31.07.2010

5,20 %

31.08.2010

5,19 %

 


 

 

Ansprechpartner: Günter Neumeier
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Fax: +49 89 9 39 49 638

Festlegung der Rechnungszinssätze

Auch in diesem Jahr informiert Mercer wieder ab Mitte November wöchentlich über den aktuellen Zinssatz und den sich daraus zum 31.12.2010 voraussichtlich ergebenden Rechnungszins für IFRS/US-GAAP Bewertungen um Unternehmen bei der Festlegung des Rechnungszinses zu unterstützen.

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