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Zuletzt aktualisiert: 26 Mai 2010 Autor: Isabelle Sfeir
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Die jüngste Finanzkrise hat zu erheblichen Unterdeckungen bei einer Vielzahl von betrieblichen Altersversorgungsplänen geführt. Dies hat bei vielen Unternehmen den Eindruck erweckt, dass sie zwar prinzipiell die Möglichkeit haben, ihre Pensionsrisiken zu reduzieren – aber nur wenn sie es sich denn leisten könnten. Multinationale Unternehmen befinden sich dabei in einer besonderen Lage: Für sie besteht nach wie vor die Notwendigkeit, insgesamt zu verstehen, wo die Verbindlichkeiten und Risiken genau liegen, bevor daran gedacht werden kann, sie effizient zu steuern. Warum ist das Risikomanagement von Pensionsplänen ein so wichtiges Thema?Nicht immer haben multinationale Unternehmen einen Großteil ihrer Verpflichtungen aus leistungsorientierten (DB-)Pensionsplänen in den Ländern, in denen sie ihren Hauptsitz haben. Dennoch können hohe Verbindlichkeiten in ihren konsolidierten Abschlüssen bestehen, die auf ihre Pensionspläne im Ausland zurückzuführen sind.
Quelle: OECD Betriebliche Renten sind insbesondere in UK, den USA und den Niederlanden sehr ausgeprägt. Auch in Kanada, Island und Dänemark sind betriebliche Systeme relativ stark verbreitet. Multinationale Konzerne, die in diesen Ländern tätig sind, dürften ein erhebliches Pensionsrisiko haben. - Höhere Volatilität bilanzieller Verbindlichkeiten aufgrund von Änderungen der internationalen Rechnungslegungsvorschriften Änderungen der internationalen RechnungslegungsvorschriftenDas frühere Modell, das Pensionspläne als von den Unternehmen unabhängige Einheiten ansah, ist durch geänderte Rechnungslegungsvorschriften in der Weise überholt worden, dass Aktiva und Passiva von Pensionsplänen nun eindeutig als Teile der Finanzzahlen der Unternehmen angesehen werden. Seit 2005 müssen alle börsennotierten europäischen Unternehmen die International Financial Reporting Standards für ihre konsolidierten Jahresabschlüsse übernehmen (IAS 19 Bilanzierung von Leistungen für Arbeitnehmer).
Gestiegene LebenserwartungDie Bevölkerung wird immer älter und der Trend zu einer höheren Lebenserwartung dürfte sich weiter fortsetzen. Die Folgen hinsichtlich der Kosten, der Angemessenheit der Leistungen und der Notwendigkeit eines späteren oder flexiblen Eintritts in den Ruhestand dürften weit erheblicher sein als wir es uns derzeit vorstellen. Wenn beispielsweise bei einem Pensionsplan mit einem Volumen von 300 Mio. Euro die tatsächliche Lebenserwartung ein Jahr höher als erwartet ist, so beziffern sich die finanziellen Auswirkungen auf ca. 10 Mio. Euro. Veränderte Lebenserwartungen können also selbst für Pensionspläne mittlerer Größe ein echtes Problem darstellen. In Ländern, in denen die prognostizierte Lebenserwartung in die Berechnungen einbezogen ist, dürften allein die Veränderungen in den letzten 10 Jahren zu einem Anstieg der Pensionsverbindlichkeiten um mehr als 10% geführt haben. Höhere Unterfinanzierung von Pensionsplänen aufgrund der Kursrückgänge an den AktienmärktenIm Jahr 2008 haben private Pensionsfonds 23% ihres Wertes verloren, was der astronomischen Summe von US$ 5,4 Billionen in den 30 Ländern entspricht, die Mitglieder der OECD sind (einschließlich USA, Japan, Australien und den meisten westeuropäischen Länder).
Diese starken Unterschiede bei den Anlagerenditen erklären sich durch die unterschiedlichen Anlagestrategien, die die Pensionsfonds verfolgen. Die Aktienmärkte in den OECD-Ländern fielen in 2008 alle um etwa 45%. Staatsanleihen stiegen tendenziell, wobei der Index internationaler Anleihen in 2008 um mehr als 7% zulegte. Diese Vermögenswerte stellen zusammen mit Einlagen bei Kreditinstituten und Immobilien die wesentlichen Anlageformen von Pensionsfonds dar, auch wenn das Mischungsverhältnis insbesondere von Anleihen und Aktien unterschiedlich gewesen ist.
Auch bei den übrigen Anlageklassen ergaben sich im selben Zeitraum erhebliche Veränderungen: - Die Verwerfungen bei alternativen Vermögenswerten (Hedgefonds, Rohstoffe, quantitative Strategien) Die sinkenden Werte der Pensionsfonds wurden nur teilweise durch die reduzierten Verbindlichkeiten ausgeglichen – was zeigt, dass die Portfoliostrategien jetzt deckungsgleich sind. Die Renditen von Unternehmensanleihen entwickelten sich positiv, was sich auf die Unterfinanzierung der Pläne in den Bilanzen per Ende 2008 auswirkte. Ein großer Teil davon wurde jedoch in 2009 kompensiert, als sich die Aktienmärkte wieder erholten. Insgesamt bleibt das Ausmaß der Unterfinanzierung von Pensionsplänen hoch. In Ländern mit strikten Anforderungen an die Ausfinanzierung der Pläne (beispielsweise in UK, den USA und den Niederlanden) wird die zunehmende Unterfinanzierung von Pensionsplänen, gemessen an den Ausfinanzierungsgrundlagen, direkt zu höheren ungeplanten Nachschußbeiträgen („cash contributions“) seitens der Träger dieser Pensionspläne führen. Rückgang der Liquidität innerhalb der UnternehmenDie Finanzkrise 2007 - 2009 hat zu einer Zunahme der Kreditkosten geführt, Verbindlichkeiten sind für Unternehmen sehr teuer geworden. Dennoch brauchen sie Kapital, um ihre Geschäftstätigkeit auszubauen und ihre betriebliche Altersversorgung zu finanzieren.
Die Antwort eines multinationalen KonzernsWie sollten Sie angesichts der vier vorgenannten Gründe und den zunehmenden Sorgen unter multinationalen Unternehmen reagieren? Die globale Finanzkrise hat in den meisten Unternehmen – insbesondere in den multinationalen Konzernen - die Risikomanagement-Strukturen der Pensionspläne einer Bewährungsprobe ausgesetzt. In den Zentralen vieler multinationaler Konzerne hat man begriffen, dass man sich der Pensionspläne in den verschiedenen Ländern nicht ausreichend bewusst war – insbesondere was die Zusammensetzung der Anlageportfolien im Einzelnen anbetrifft. Oftmals fehlte der Zugang zu aktuellen Daten über die Wertentwicklung des Planvermögens und die Bedeutung des Pensionsrisikos auf globaler Ebene wurde übersehen. Daher wurden keine Maßnahmen zur Reduzierung des mit Pensionsplänen verbundenen Risikos („De-Risking“) ergriffen, als die Unternehmen sich dies am ehesten hätten leisten können. Beispielsweise fiel die durchschnittliche Ausfinanzierungsrate bei Pensionsplänen in UK auf der Grundlage nationaler Ausfinanzierungsgrundsätze zwischen März 2007 und März 2009 von 93% auf 70%. (1)
2. Einen Plan für lokale Veränderungen erstellen, um diese Ziele zu erfüllen.
3. Grenzüberschreitende Lösungen prüfen, um die Struktur zu vereinfachen und Kosten zu senken.
4. Den Governance-Rahmen des Pensionsplans effizienter gestalten.
5. Ein globales Kontrollsystem für Pensionsrisiken einrichten.
Nachdem sie aus der Finanzkrise gelernt haben, dürften sowohl Unternehmen als auch Vermögensverwalter zustimmen, dass ein Maßnahmenplan existieren sollte, um unmittelbar auf Entwicklungen oder extreme Ereignisse reagieren zu können. Eine vorbereitete Richtlinie ermöglicht es, Chancen zu nutzen und negative Risiken rasch zu begrenzen. Angesichts der Erholung der Finanzmärkte ist jetzt für multinationale Unternehmen der Zeitpunkt gekommen, die Mängel im Risikomanagement ihrer Pensionspläne zu beseitigen, die durch die Finanzkrise offengelegt wurden.
In der nächsten Ausgabe werden wir uns anhand von Beispielen eingehender mit lokalen Strategien und Überwachungssystemen beschäftigen. Hinweis:1. (Source: PPF/The Pensions Regulator) |
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Isabelle Sfeir
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