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25 February 2008
Arbeitgeber sind sich heute weitgehend darin einig, dass motivierte Mitarbeiter gut fürs Geschäft sind. Dennoch ist es weiterhin strittig, wie sich eine engagierte Mitarbeiterschaft aufbauen und dauerhaft halten lässt - insbesondere in Unternehmen, die in mehreren Ländern und Kulturen zuhause sind.
Eine weltweite Arbeitsplatzanalyse rund um die Haltung und Wahrnehmungen von Mitarbeitern, die Mercer bisher in 22 Ländern durchgeführt hat, legt wertvolle Einblicke in diese wachsende Herausforderung offen. Die Studie zeigte, dass die für die Mitarbeitermotivation entscheidenden Faktoren nicht nur zwischen den unterschiedlichen Ländern, sondern auch zwischen unterschiedlichen Arbeitgebern variieren. Es zeigte sich außerdem, dass die allgemeine Haltung gegenüber den Herausforderungen am Arbeitsplatz in einigen Kulturen positiver ausfällt, während spezifische Faktoren wie Gehalt, betriebliche Nebenleistungen und ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben (Work-Life Balance) in einigen Ländern eine größere Rolle spielen als in anderen.
“In der anspruchsvollen globalen Wirtschaftswelt von heute wünschen sich die Arbeitgeber nicht nur zufriedene, sondern engagierte Mitarbeiter, die, sich für ihre Arbeit und den Erfolg ihres Unternehmens einsetzen“, erklärte Dr. Patrick Gilbert, einer der führenden Forschungsexperten für Personalfragen bei Mercer. “Engagierte Mitarbeiter sind jene, die ein ernsthaftes Interesse am Erfolg ihres Arbeitgebers verfolgen und deren Leistungsniveau die offiziellen Anforderungen ihres Tätigkeitsprofils überschreitet. Diese Mitarbeiter erbringen freiwillig Leistungen, die dem geschäftlichen Ergebnis zuträglich sind und die Basis für Wettbewerbsvorteile schaffen.“
Das Umfeld zählt
Die Forschungsergebnisse von Mercer in der Studie “Engaging employees to drive global business success“ zeigen, dass Mitarbeiterengagement stark vom Umfeld bestimmt wird. “Die Motivationsfaktoren variieren landes- und unternehmensabhängig - selbst innerhalb von Unternehmen können sie zwischen den verschiedenen Geschäfts- und Funktionsbereichen abweichen“, so Dr. Gilbert weiter. “Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Arbeitgeber die individuellen Motivationsfaktoren in ihrem Unternehmen ermitteln und nutzen. Auf diese Weise lassen sich die Investitionsrenditen für HR-Ausgaben maximieren.“
Ein Unternehmen kann die Höhe des Engagements der eigenen Mitarbeiter und die dafür verantwortlichen Faktoren durch Untersuchungen, üblicherweise durch Mitarbeiterumfragen, ermitteln. Die Studien, die Mercer unter dem Titel What‘s Working erstellt hat, dienen als Basis für den Vergleich und die Interpretation von Umfrageergebnissen eines Unternehmens. Auf diese Weise kann ein Unternehmen Probleme ermitteln und geeignete Maßnahmen einleiten, die das Mitarbeiterengagement und damit letztlich das geschäftliche Ergebnis optimal beeinflussen.
Die Ergebnisse von Mercer veranschaulichen die Herausforderungen im Zusammenhang mit der richtigen Interpretation von Mitarbeiterumfragen, wenn normative Daten fehlen. So gaben 57 Prozent der befragten Arbeitnehmer in den Mercer-Studien eine positive Bewertung der über 130 Fragen ab. Länder wie Indien, Mexiko und China erzielten deutlich positivere Bewertungen, während Länder wie Japan, Korea und Portugal ein deutlich niedrigeres Ergebnis auswiesen.
“Mitarbeiterstudien dokumentierten über lange Zeit
kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern. Wenn ein Unternehmen die
Ergebnisse seiner eigenen Mitarbeiterumfragen betrachtet, müssen diese
Unterschiede berücksichtigt werden‘, betont Dr. Gilbert.
Unterschiede zwischen lokalen Motivationsfaktoren
Die Studien von Mercer liefern
zudem Einblicke in die unterschiedlichen kulturellen Motivationsfaktoren. Eine
Analyse sämtlicher Daten zeigte die wichtigsten Motivationsfaktoren für alle 22
Länder auf. Sie zeigt, dass die Faktoren sehr stark variieren, wenngleich nicht
unbedingt immer in der erwarteten Weise.
“Auch bei gemeinsamen Arbeitsplatzmerkmalen - wie z. B. Englisch als Hauptsprache - können Unterschiede zwischen den nationalen Kulturen, bei der wirtschaftlichen Entwicklung und bei den Marktbedingungen erheblichen Einfluss auf die Erwartungen und Wahrnehmung der Mitarbeiter gegenüber ihrer Arbeit und damit letztlich auf das Mitarbeiterengagement ausüben“, erklärte Dr. Gilbert.
Die Mitarbeiter wurden gefragt, welche der 12 Faktoren ihr Arbeitsengagement am stärksten beeinflussen. (Siehe Darstellung 1) Insgesamt wurde “Respekt“ global als Faktor mit dem größten Einfluss auf das Motivationsverhalten gewertet. Dies gilt vor allem für die USA und Großbritannien. Die befragten Arbeitnehmer in Japan maßen diesem Aspekt jedoch weniger Bedeutung zu.
Arbeitnehmer in Frankreich und Indien nannten die Art der Arbeit als wichtigsten Motivationsfaktor. In Japan bewerteten die Arbeitnehmer das Grundgehalt am höchsten, während in China betriebliche Nebenleistungen die Liste anführten, Deutsche Arbeitnehmer nannten hingegen den Kollegenkreis als wichtigsten Faktor.
Weltweit betrachten Arbeitnehmer ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben als wichtigen Motivationsfaktor. Ausnahmen hierbei bilden China und Indien, die diesem Kriterium weniger Gewicht beimessen. Gute Kundenbetreuung ist ebenfalls global, aber insbesondere in Großbritannien, ein wichtiger Aspekt. Von den 12 zu bewertenden Faktoren stuften die japanischen Arbeitnehmer diesen jedoch am niedrigsten ein.
“Wenn keine sonstigen Informationen vorliegen, ermöglichen die häufigsten Motivationsfaktoren es einem multinationalen Unternehmen, sich auf Bereiche zu konzentrieren, die das Mitarbeiterengagement verbessern können“, so die Einschätzung von Dr. Gilbert. “Da das Umfeld jedoch eine so wichtige Rolle spielt, sollten aber vor allem landes- und unternehmensspezifische Daten berücksichtigt werden, um das Niveau des Engagements zu erhöhen. Hierzu zählen eigene Mitarbeiterumfragen und die Gegenüberstellung der Ergebnisse mit normativen Daten, eine Analyse der Ergebnisse zur Ermittlung der wichtigsten Faktoren sowie die anschließende Erarbeitung eines umfassenden Maßnahmenkatalogs, mit dem sich die anvisierten Veränderungen umsetzen lassen.“
Informationen zur Durchführung der Studie
Die Mercer-Studien zum Thema What‘s Working wurden
bei erwachsenen Erwerbstätigen in bis dato insgesamt 22 Ländern durchgeführt.
Diese Studien ermöglichen die Ermittlung von Trends und Wahrnehmungsweisen
gegenüber dem Arbeitsumfeld und liefern allgemeine Einblicke in die Haltung und
Sichtweisen von Arbeitnehmern. Die Umfragen umfassten über 130 Fragen aus zwölf
arbeitsbezogenen Kategorien, darunter Arbeitsabläufe, Kommunikation und
Kooperation, Leistungsmanagement, Führungsverhalten sowie Anerkennung.
Das Mercer-Papier mit dem Titel Engaging employees to drive global business success ist neben 16 Länderberichten zum Thema What‘s Working unter http://www.mercer.com/whatsworking erhältlich.
Darstellung 1: Hauptmotivationsfaktoren
|
|
Global |
China |
Frankreich |
Deutschland |
Indien |
Japan |
Großbritannien |
USA |
|
Respekt |
125 |
121 |
133 |
129 |
104 |
90 |
144 |
122 |
|
Art der Arbeit |
112 |
75 |
138 |
113 |
116 |
107 |
122 |
112 |
|
Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben |
112 |
98 |
133 |
106 |
97 |
119 |
119 |
111 |
|
Gute Kundenbetreuung |
108 |
108 |
110 |
108 |
103 |
79 |
122 |
107 |
|
Grundgehalt |
108 |
113 |
110 |
105 |
103 |
140 |
117 |
114 |
|
Kollegen |
107 |
96 |
105 |
131 |
98 |
107 |
120 |
104 |
|
Betriebliche Nebenleistungen |
94 |
127 |
81 |
110 |
94 |
75 |
76 |
112 |
|
Langfristiges Karrierepotenzial |
92 |
91 |
89 |
77 |
108 |
94 |
88 |
92 |
|
Weiterbildung und Entwicklung |
91 |
83 |
67 |
80 |
98 |
86 |
85 |
82 |
|
Flexible Arbeitsmöglichkeiten |
87 |
85 |
77 |
92 |
80 |
88 |
83 |
88 |
|
Aufstiegschancen |
85 |
92 |
79 |
83 |
113 |
92 |
68 |
80 |
|
Variable Vergütung / Bonuszahlungen |
80 |
111 |
77 |
65 |
86 |
123 |
56 |
75 |
(Werte um die 100 weisen auf eine mittlere Bedeutung, Werte unter 100 auf eine geringere Bedeutung, Werte über 100 auf eine sehr hohe Bedeutung hin.
Informationen zu Mercer
Mercer, einer der weltweit größten Beratungsfirmen, hilft Unternehmen messbare Geschäftsergebnisse durch ihre Mitarbeiter zu erzielen. Mit mehr als 17.000 Mitarbeitern in 180 Städten und 40 Ländern verbindet Mercer lokales Wissen mit globaler Präsenz, um Human Resource Lösungen zu entwickeln und zu implementieren. Das Unternehmen setzt jährlich rund 2,9 Mrd. US-Dollar mit Beratungsleistungen um. Mercer ist ein Tochterunternehmen der Beratungsgruppe Marsh & Mc Lennan. Der konzernweite Umsatz betrug 2006 rund 11 Mrd. US-Dollar.
Die Tätigkeitsschwerpunkte von Mercer (Austria) GmbH liegen in den Bereichen Retirement Consulting (betriebliche Vorsorge), Investment Consulting (Optimierung von Pensionskassenverträgen und deren Veranlagungen) sowie Information Products Solutions (Vergütungsberatung). Im Jahr 2006 konnte mit 18 MitarbeiterInnen ein Umsatz von rund 2,1 Mio. EUR erwirtschaftet werden. Mercer betreut in Österreich rund 800 Kunden – darunter eine Vielzahl der Top-100-Unternehmen des Landes.
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