Presseinformation

Banken und Versicherer erhöhen Managergehälter

  • 29. Januar 2015
  • Germany, Frankfurt

• Die Grundgehälter steigen zwischen 2,3 und 3,2 Prozent
• Kaum Veränderungen bei nicht leitenden Angestellten
• Boni liegen meist auf Vorjahresniveau

Die Grundgehälter von Managern und Fachkräften in der Finanzbranche steigen im Jahr 2015 um durchschnittlich 2,3 bis 3,2 Prozent. Am meisten profitieren die Beschäftigten in den Emerging Markets (Asien sowie Latein- und Südamerika), wo mit Sprüngen zwischen 5 und 8 Prozent zu rechnen ist. Nordamerika und Europa liegen mit 2 bis 3 bzw. 1,5 bis  2 Prozent deutlich dahinter. Dies sind Ergebnisse der Global Financial Services Executive Compensation Snapshot Survey des Beratungsunternehmens Mercer, für die im November letzten Jahres 63 internationale Finanzinstitute befragt wurden.

„Viele Finanzinstitute haben im letzten Jahr die Grundgehälter erhöht, um damit die Einbußen aufgrund der 2014 beschlossenen Bonusdeckelung aufzufangen bzw. grundsätzlich den variablen Anteil zu senken. Die Gewichtung innerhalb der Gesamtvergütung hat sich also zugunsten dieses Gehaltsbestandteils verschoben, und Erhöhungen der Grundgehälter haben somit auch einen größeren Effekt“, so Bernd Thomaszik, Partner bei Mercer. „Dennoch sind die Steigerungen teilweise geringer als erwartet. Dies ist vielleicht Ausdruck eines Wunsches nach mehr Stabilität und Nachhaltigkeit in der Vergütung, besonders nachdem es hier in den letzten Jahren einige größere, vor allem regulatorisch getriebene Veränderungen gab.“

Versicherungen zahlen mehr als Banken

Die voraussichtlichen Erhöhungen der Grundgehälter bewegen sich 2015 inkl. Lohn- und Gehaltsstopps zwischen 2,3 und 3,2 Prozent für Vorstände und liegen bei etwa 2,3 Prozent für das Senior Corporate Management. Insgesamt gehen die Banken dabei von geringeren Anpassungen aus als die Versicherungen. Der Großteil der befragten Organisationen erwartet, dass sich die durchschnittlichen Gehälter der übrigen Angestellten auf dem Niveau von 2014 bewegen werden, wobei der Ausblick in Europa und den Emerging Markets positiver ausfällt als in Nordamerika. Von den Versicherern erwartet mehr als ein Viertel einen Anstieg der Angestelltengehälter, im Bankensektor denken dagegen 85 Prozent, dass die Gehälter stabil bleiben.

Boni liegen meist auf Vorjahresniveau

Etwa 60 Prozent der Studienteilnehmer erwarten für 2015 ähnlich hohe Bonuszahlungen wie 2014, wogegen 20 Prozent von einer Steigerung ausgehen. Am ehesten ist mit Erhöhungen in den Bereichen Private Banking, Private Equity, Investment Banking sowie Schaden-/Unfallversicherungen zu rechnen. Dagegen werden im Bereich Fixed Income sowie für Angestellte in Stabspositionen geringere Boni erwartet.

Mehr als zwei Drittel der befragten Organisationen planen 2015 generell keine Veränderungen beim Verhältnis des variablen Gehalts zum Grundgehalt, wobei mindestens 15 Prozent die variablen Anteile der Gesamtvergütung in den Bereichen Private Banking, Commercial Banking, Equities sowie Investment Banking erhöhen wollen. Außerdem plant ein Viertel der Institute, nicht-finanziellen Kennzahlen mehr Gewicht in den Bonusplänen zu verleihen.

„Immer mehr Banken messen ihre Kundenzufriedenheit, das Engagement ihrer Mitarbeiter, die Qualität ihres Risikomanagements und weitere Indikatoren ohne direkten Bezug zum Finanzergebnis“, kommentiert Thomaszik. „Doch obwohl sich diese Themen nicht direkt messbar auf das Ergebnis auswirken, haben sie einen sehr großen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. Dessen werden sich die Institute immer bewusster.“

Clawbacks kommen häufiger zum Einsatz

Die meisten Banken und zwei Drittel der Versicherer haben bereits eine obligatorische Aufschiebung von variablen Vergütungsbestandteilen etabliert. Mehr als 25 Prozent der nordamerikanischen Institute planen zudem, zukünftig häufiger von Clawback-Regelungen (nach einer Sperrfrist) Gebrauch zu machen. Fast 14 Prozent wollen 2015 Malus-Regelungen stärker nutzen, um auch über längere Zeiträume reagieren und ggf. Zahlungen zurückfordern zu können.

Positionsabhängige Zulagen bei Banken beliebt

Mehr als 40 Prozent der Banken bieten ihren Mitarbeitern Zulagen, die von deren jeweiliger Position abhängen. In diesem Jahr wollen weitere 10 Prozent entsprechende Vergütungsbestandteile einführen, insbesondere in Nordamerika. Positionsabhängige Zulagen sind außerhalb des Bankensektors unüblich. Laut einem Report  der European Banking Authority (EBA) können derartige Vergütungsteile als variable Vergütung betrachtet werden und als solche auch der Bonusdeckelung unterliegen. Dennoch planen nur sehr wenige Institute, ihre positionsabhängigen Zulagen abzuschaffen.

Über die Studie

An der Global Financial Services Executive Compensation Snapshot Survey von Mercer haben 63 Finanzinstitute teilgenommen, davon 49 Prozent Banken, 37 Prozent Versicherungsunternehmen und 14 Prozent andere Finanzdienstleister (z. B. aus den Bereichen Investment und Asset Management, Kreditkartenanbieter und Börsen). Die Studienteilnehmer stammen aus 18 verschiedenen Ländern (47 Prozent in Europa, 37 Prozent in Nordamerika und 16 Prozent in den Emerging Markets).

Grafik: Voraussichtliche Erhöhungen der Grundgehälter im Finanzsektor 2015 (weltweit)

Hinweis: Die Angaben enthalten auch Lohn- und Gehaltsstopps.                                                                             Quelle: Mercer, 2015.

 

Über Mercer (www.mercer.com)

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Mercer Deutschland GmbH, www.mercer.de

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