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Die Zahl der Managersuchen hat 2010 weltweit zugenommen. Damit hat sich der bereits 2009 zu beobachtende positive Trend fortgesetzt, nachdem 2008 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Institutionelle Anleger haben 2010 ihre Chancen in Anleihen aus Schwellenländern und in alternativen Anlageklassen gesucht, um ihre Portfolios zu diversifizieren. Dies zeigt eine aktuelle Mercer-Untersuchung zu den Manager Search-Aktivitäten im vergangenen Jahr. Dabei wurden 940 durchgeführte Managersuchen mit einem Volumen von insgesamt ca. 68,3 Mrd. Euro ausgewertet. Die Daten geben Aufschluss darüber, in welche Anlageklassen institutionelle Anleger weltweit investiert haben.
Globale Trends
Weltweit hat die Zahl der Managersuchen 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent zugenommen. Am größten ist die Veränderung in Australien, wo sich die Anzahl der Suchen nahezu verdoppelt hat. Auch in Europa und in Asien ist ein Anstieg zu verzeichnen. In den USA hingegen hat sich die Anzahl der Suchen geringfügig verringert.
Globale Aktien sind weltweit mit 177 Managersuchen und einem Volumen von ca. 8 Mrd. Euro die gefragteste Anlageklasse geblieben, allerdings wurden mehr Vermögenswerte in Anleihen platziert (9,6 Mrd. Euro). Das Interesse an Immobilien ist leicht gestiegen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass diese Anlageklasse in der Folge des Zusammenbruchs relativ günstig zu erwerben war. Auch in den Kategorien Rohstoffe, Infrastruktur und Multi-Strategie-Hedgefonds ist die Nachfrage gestiegen. Search-Aktiviäten in Schwellenländern, sowohl im Bereich der Aktien als auch bei Anleihen, erlebten einen deutlichen Aufschwung. Hier wurde das Bestreben eines Teils der Anleger deutlich, vom starken Wirtschaftswachstum in Asien und anderen Entwicklungsländern zu profitieren. Die Anzahl der Managersuchen in der Kategorie Aktien aus Schwellenländern hat sich im letzten Jahr im Vergleich zu 2009 mehr als verdoppelt (50 im Vergleich zu 21). Bei Anleihen aus Schwellenländern war im vergangenen Jahr sogar ein Anstieg um das elffache zu verzeichnen (von 4 auf 45).
Mercer-Experte Heinz Kasten dazu: “Das Interesse an nicht-traditionellen Anlageklassen wächst weiter, denn die institutionellen Anleger wollen ihre Diversifikation erhöhen und die Vorteile der offenbar attraktiven Möglichkeiten zur Beta- und Alphagenerierung nutzen. Den Trend weg von der traditionellen Anlage beobachten wir bereits seit Langem, und auch wenn Ereignisse wie die Finanzkrise zu einer Verlangsamung dieser Entwicklung geführt haben, rechnen wir damit, dass dieser Trend weiter anhalten wird. Dessen ungeachtet dürften traditionelle Aktien- und Anleihenmandate aber auf absehbare Zukunft die dominanten Bereiche bleiben, in denen Managersuchen durchgeführt werden.”
Entwicklungen in Deutschland
In Deutschland ist die Anzahl der Managersuchen auch 2010 stark angestiegen. Institutionelle Anleger interessierten sich vor allem für Neuanlagen oder Aufstockungen von Anleihen- und Aktieninvestments aus Emerging Markets. Bedingt durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld war auch das Interesse an Anlageklassen mit höherer Renditeerwartung groß, nachgefragt wurden insbesondere Rohstoffe, High Yield, Small-Cap Aktien und liquide Absolute-Return-Strategien. Auch der Trend zu Wandelanleihen und europäschen Core-Immobilienstrategien hielt an.
„Eine spannende neue Entwicklung ist der wachsende Markt für OGAW-Fonds, die in liquide Absolute-Return-Strategien investieren“, sagt Heinz Kasten. „Derartige Fonds haben den Vorteil, dass auch streng regulierte institutionelle Anleger dort investieren können. In der Vergangenheit hatte man nur über Offshore-Fonds Zugang zu solchen Strategien. Dies hat die Implementierung einer solchen Anlage immer wieder schwierig gemacht, da regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen beachtet werden mussten. Inzwischen sind viele der größten und erfahrensten Assetmanager weltweit dazu übergegangen, auf diese Befindlichkeiten ihrer deutschen Kunden einzugehen und ihre Strategie auch in einem in Europa domizilierten OGAW-Fonds anzubieten.“
Auch für das Jahr 2011 wird weiter eine rege Nachfrage nach liquiden Absolute-Return-Strategien, insbesondere mit Fokus auf Anleihen und Währungen, erwartet. „Außerdem äußern viele Anleger das Interesse, ihr Anlageuniversum für Anleihen guter Kreditqualität zu erweitern, zum Beispiel durch eine Berücksichtigung von Emerging Market-Unternehmensanleihen im Bereich Investment Grade“, so Heinz Kasten weiter.
Europäische Trends
Nach dem sprunghaften Anstieg der Search-Aktivität im Jahr 2009 haben sich britische Anleger 2010 darauf konzentriert, neue Mandate durch das Jahr hinweg zu halten. Dies hat zu einem signifikanten Rückgang der Managersuchen (2010: 196, 2009: 245) und platzierten Vermögenswerte (2010: 17,1 Mrd. Euro, 2009: 29,9 Mrd. Euro) geführt.
Als stärkster Trend in Großbritannien zeichnete sich 2010 das wachsende Interesse an Aktien und Anleihen aus Schwellenländern ab: Während es für diese Anlageklasse 2009 nur eine Suche gab, wurden 2010 insgesamt 36 Suchen duchgeführt (23 in der Kategorie Anleihen und 13 im Bereich Aktien). „Dass der Schwerpunkt hier eher auf Anleihen liegt, könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertungen einiger Aktien aus Schwellenmärkten zunehmen“, so die Einschätzung von Heinz Kasten. Der Trend weg von inländischen Aktien setzte sich mit nur vier Suchen im Jahr 2010 im Vergleich zu acht im Jahr 2009 und 17 im Jahr 2008 fort. Auch die Search-Aktivität im Bereich globaler und britischer Anleihen hat von 2009 auf 2010 erheblich nachgelassen (von 45 auf 8 bzw. von 33 auf 10 Suchen).
Im Rest Europas hat die Zahl der Managersuchen zugenommen (2010: 168, 2009: 126), wobei die platzierten Vermögenswerte von 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf nunmehr 25 Mrd. Euro gestiegen sind. Fast die Hälfte aller Managersuchen in Europa ist auf den extremen Anstieg in Deutschland zurückzuführen. In Schweden hat die Anzahl der Suchen ebenfalls zugenommen, während in Frankreich, Irland und den Niederlanden ein Rückgang zu verzeichnen war.
Anzahl Managersuchen weltweit 2010 und 2009
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2010
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2009
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Globale Aktien
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177
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191
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Immobilien
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72
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67
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Globale Anleihen
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70
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92
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US-Aktien
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54
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47
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Balanced/Multi-asset
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51
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40
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Aktien aus Schwellenländern
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50
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21
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Australische Aktien
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45
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25
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Anleihen aus Schwellenländern
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45
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-
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Kanadische Aktien
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32
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22
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Multistrategy Hedge Fonds
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31
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24
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