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Nur 16 Prozent aller multinationalen Unternehmen, die in einer Vielzahl von Ländern über Pensionspläne für ihre Mitarbeiter verfügen, sind der Ansicht, dass die vorhandenen Governancestrukturen ausreichen, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. So das Ergebnis einer neuen internationalen Mercer-Studie, an der 114 multinationale Unternehmen teilgenommen haben.
Mercer führte die Studie in einer Phase durch, die in vielen Teilen der Welt durch große wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheiten geprägt war – eine Phase, die vielen Kostenträgern von Leistungsplänen verdeutlichte, wie wichtig das Verständnis und proaktive Management der Risiken von Pensionsplänen ist. Durch die deutlichen Rückgänge der Vermögenswerte und die drastische Verschlechterung der Finanzierungslage für leistungsorientierte Pensionspläne (DB-Pläne) hat sich der Druck weiter verstärkt, denn viele Unternehmen mussten sich auf das eigene Überleben in ihrem Kerngeschäft konzentrieren.
Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der untersuchten Unternehmen gaben an, Veränderungen vornehmen zu wollen, die ein besseres globales Risikomanagement bei der betrieblichen Altersversorgung ermöglichen. Viele von ihnen planen oder erwägen Veränderungen bei den einzelnen Elementen ihrer Governancesysteme, um die Erreichung der damit gesetzten Ziele sicherzustellen.
„Viele multinationale Unternehmen wurden von der Finanzkrise und den Auswirkungen auf die Pensionspläne völlig unvorbereitet getroffen und mussten dann feststellen, dass sie dem Risikomanagement, beispielsweise der Szenarioplanung, in diesem Bereich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben“, erläutert Vicki Stokoe, Global Governance Consulting Leader bei Mercer. „Die Lage wurde noch dadurch verschlimmert, dass Unternehmen ohne Zugriff auf die entscheidenen Informationen oder ohne bereits etablierte Entscheidungsprozesse für Krisenfälle extreme Schwierigkeiten hatten, schnell und effektiv zu reagieren. Man kann die Krise und ihre Auswirkungen also als eine Art Weckruf verstehen.”
Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass es für viele Elemente eines effektiven Pensionplanmanagements (Gestaltung, Mittelausstattung, Kapitalanlage usw.) erforderlich ist, besser und schneller auf die notwendigen Informationen zugreifen zu können. 30 Prozent der Befragten planen Veränderungen ihrer Informationsstrukturen. „Wenn ausreichende Information ein wichtiger Faktor für ein besseres Risikomanagement ist, sind Investitionen in Ressourcen, Tools und Prozesse erforderlich”, sagt Peter Doetsch, Geschäftsführer von Mercer Deutschland. „Informationslücken stellen zudem ein Risiko dar, das bislang weder bewertet noch kontrolliert wurde.”
Leistungspläne erzeugen organisatorische Risiken
Befragt nach dem Ausmaß, in dem Pensionspläne wichtige Aspekte der Unternehmenstätigkeit beeinflussen, gaben 93 Prozent der Befragten an, die Pläne stellten ein potenzielles Risiko für die Geschäftsstrategie der Organisation dar. 81 Prozent betrachten die Pläne als ein finanzielles Risiko für das Unternehmen und 93 Prozent stuften sie als potenzielle Quelle für Reputationsrisiken ein.
Zwar erkennen die meisten Unternehmen die möglichen Auswirkungen von Pensionsplänen, es ist jedoch noch einiges zu tun, um das Ausmaß des Risikos deutlich zu machen, dem die Unternehmen ausgesetzt sind − und um dieses Risiko zu verringern. 60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie weitere Informationen über das Risiko, dem sie ausgesetzt sind, benötigen. Fast die Hälfte zieht Maßnahmen zur Stärkung der globalen Pension Committees in Erwägung, und mehr als drei Viertel denkt über Veränderungen der Richtlinien oder Berichtsprozesse nach, um die Wirksamkeit ihrer globalen Governance bei der betrieblichen Altersversorgung zu erhöhen. Bereiche, auf die verstärkt geachtet werden soll, um die Governance-Ziele zu erreichen, sind u. a.:
- Entscheidungsstrukturen und -prozesse: Lediglich 23 Prozent der Befragten verfügen derzeit über einen globalen Pensionsausschuss (3 Prozent verfügen über eine regionale Pensionsausschuss-Struktur), 43 Prozent ziehen die Einrichtung in Erwägung. In 29 Prozent der Fälle liegt die endgültige Verantwortung bei einer oder zwei Personen. Während der Bereich Personal (HR) gut repräsentiert ist, ist der Bereich Finanzen in weniger als der Hälfte dieser Fälle involviert.
- Globale Richtlinien: Der Einsatz schriftlich festgelegter Richtlinien, die klare Vorgaben für lokale Entscheidungsprozesse liefern, beschränkt sich auf wenige Bereiche des globalen Pensionsplanmanagements: Bilanzierung (44 Prozent), Pensionsplangestaltung (36 Prozent) und die Dotierung von Versorgungswerken (32 Prozent). Nur 24 Prozent der Befragten haben Richtlinien für die Anlage der Deckungsmittel am Kapitalmarkt festgelegt.
- Beitragszusagen (DC-Pläne): Bei der Verwaltung, der Kommunikation mit den Versorgungsberechtigten und der Auswahl externer Dienstleister wird bei Pensionsplänen mit zugesagten Beiträgen in der Regel das Prinzip der „Nichteinmischung“ verfolgt. Zwar zahlen 92 Prozent der Befragten in einigen oder allen Ländern in DC-Pläne ein. Die meisten Entscheidungen zu den vorgenannten Aspekten werden jedoch vom lokalen Management bzw. den Treuhandgremien der Pensionseinrichtungen getroffen (bei nur geringer Einbindung der Unternehmenszentrale).
Angesichts der finanziellen und strategischen Bedeutung von Leistungsplänen ist die Effektivität der Managementstruktur eines Pensionsplans nicht mehr nur für die Bereiche Personal und Finanzen von Bedeutung, die natürlich in erster Linie davon betroffen sind. Die Studienergebnisse bestätigten das wachsende Interesse anderer Stakeholder: 20 Prozent der Unternehmen berichteten eine zunehmende Einbindung der Unternehmensleitung, 23 Prozent eine genauere Betrachtung durch die Aktionäre und 30 Prozent eine wachsende Einbeziehung der Mitarbeiter.
Die globale Aufmerksamkeit für das Risiko steigern
Die Umfrageergebnisse legen den Schluss nahe, dass auch der Umfang der Aktivitäten, die global Aufmerksamkeit erfahren, erweitert werden sollte. „Die meisten Unternehmen konzentrieren sich auf Pensionsplangestaltung und Dotierungsentscheidungen, aber nur wenige schenken der Anlagepolitik und -kontrolle die gleiche Aufmerksamkeit“, erläutert Vicki Stokoe. „Für ein effektives Risikomanagement ist aber ein solch integrierter Ansatz erforderlich. In entsprechender Weise erfordern Beitragspläne (DC-Pläne) und sonstige Nicht-Pensionspläne ein aktives Management ihrer operativen und kommunikativen Risiken. Die aktuelle Praxis lässt vermuten, dass diese Risiken noch nicht vollständig verstanden werden – zum Nachteil der Personalplanung und der Arbeitnehmerbeziehungen.”
Um die notwendigen Veränderungen vorzunehmen, sollten Unternehmen einen überzeugenden Business Case erstellen, in dem die Risiken benannt und Maßnahmen zur Abhilfe erläutert werden. „Dadurch werden Wahrnehmung und Verständnis gestärkt, die erforderlich sind, um auf der Konzern- und der lokalen Ebene Unterstützung für die langfristig notwendigen Maßnahmen zu erlangen”, erläutert Peter Doetsch. „Mercer kann mit seinen Benefits Governance Pillars for Multinationals multinationalen Unternehmen helfen, eine widerstandsfähige Governance-Struktur aufzubauen, die durch einen robusten Rahmen für das Risikomanagement gestützt wird. Auf diese Weise werden Risiken minimiert, ein Wertzuwachs erreicht und die kontinuierliche Erreichung der Unternehmensziele gewährleistet.”
Über die Studie:
Am Mercer Global Governance of Benefit Plans Survey 2009/10 haben Mitarbeiter aus den Zentralen von 114 multinationalen Unternehmen aus den verschiedensten Branchen teilgenommen. Die Unternehmen sind in durchschnittlich 46 Ländern tätig. Die Studie wurde von Oktober 2009 bis Januar 2010 durchgeführt. Die Antworten beziehen sich auf Pensionspläne, Krankenversicherungspläne und Risikoversicherungspläne. 40 der befragten Unternehmen haben weniger als 10.000 Mitarbeiter, 74 haben 10.000 Mitarbeiter oder mehr.
Weitere Informationen über die Mercer Benefits Governance Pillars for Multinationals finden Sie unter: www.mercer.com/governance.
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